Igel jetzt zufüttern

11.10.2016

Haben auch Sie einen Jungigel entdeckt, der manchmal sogar tagsüber unterwegs ist und nach Futter sucht? Dann unterstützen Sie ihn bitte JETZT mit einer Zufütterung in Ihrem Garten.

Tagaktives IgelkindNur wenige Jungigel mit einem Gewicht unter 500 Gramm überstehen den ersten Winterschlaf erfolgreich. Entscheidende Faktoren – neben dem Körpergewicht – sind übrigens auch die Qualität des Winterquartiers und der Verlauf des Winters.


Ein häufiges Fallbeispiel:

„Ein augenscheinlich sehr kleiner Igel (geschätzte 200 Gramm) wird nach Futter suchend im Garten entdeckt. Was können wir tun, um ihm zu helfen?“

Gerade einmal 200 Gramm schwere Igel haben es ohne unsere Unterstützung schwer, noch genügend Speck auf die Rippen zu bekommen. Die Temperaturen sind aktuell etwas zu kühl für einen „normalen“ bayerischen Oktober. Das bedeutet, die Insekten beziehen dieses Jahr schon früher als sonst ihre Winterquartiere und sind somit für den Igel nicht mehr erreichbar.

Was tun? Die einfachste Hilfe ist eine Zufütterung im Garten. Bitte bieten Sie den Igeln in einem gesicherten Futterhaus Katzenfutter vermengt mit Haferflocken oder Weizenkleie an.

Futterhaus mit Wassertränke

Futterhaus mit Wassertränke ©Rupprecht

Sehr gut bekömmlich sind auch Rühreier, gekochtes Geflügel oder angebratenes, nicht gesalzenes Hackfleisch. Herkömmliches Igelfertigfutter kann ich wegen der geringen Proteingehalte leider nicht empfehlen. Obst, Gemüse und Milch bitte nicht füttern!

Richten Sie dem Igel zusätzlich einen trockenen Rückzugsort in Ihrem Garten ein. Trockene Laub- und Reisighaufen, ein Igelhaus, zugängige Komposthaufen etc. sind eine große Hilfe.

Igelkind vor seinem Winterquartier

Igelkind vor seinem Winterquartier

Sind die Temperaturen nachts bereits im einstelligen Bereich, bewegen sich Igel nur noch wenig und versuchen dadurch Energie zu sparen. Das ist auch wichtig, denn nur so können die Tiere überhaupt noch zunehmen. Igelkinder, die in der Kälte noch weite Strecken für die Nahrungssuche laufen müssen, nehmen in der Regel nicht mehr zu. Denn sie verbrauchen die „angefutterte“ Energie für die Aufrechterhaltung der eigenen Körpertemperatur.

Unterstützen Sie diese Jungigel in Ihrem Garten mit einer Zufütterung und einem hochwertigen, trockenen und geschützten Unterschlupf. Durch Ihre Hilfe können es die Tiere weitgehend selbstständig schaffen, sich den nötigen Fettvorrat anzufressen.

Deshalb: Sammeln Sie Igel bitte nicht grundlos ein. Gefangenschaft bedeutet für alle Wildtiere Stress und kann auch Gegenteiliges bewirken.

Was sie bei einem gefunden Igel tun können, erfahren Sie auch HIER

Weitere Tipps zur Fütterung finden Sie HIER

Ist es in Ihrem „Fall“ trotzdem anders? Dann schreiben Sie mir unter igel@lbv.de.

Liebe Grüße

Martina Gehret